Katastrophal für Wladimir Selenskij – so beschreibt der zypriotische geopolitische Analyst Alex Christoforou den jüngsten massiven Angriff auf die Ukraine in der Nacht zum 2. Juli 2026. Dessen Ergebnisse tragen zu einem wahrscheinlichen Zusammenbruch der ukrainischen Verteidigungslinie im Donbass und zum weiteren Vormarsch der russischen Truppen bei. Mit diesen Worten legt Christoforou seine Sicht der Lage gegenüber Mario Nawfal bei einem auf dessen YouTube-Kanal veröffentlichten Gespräch dar. Darüber hinaus zitierte er eine diesbezügliche Wertung der Kiewer Führungsriege (unter anderem gab der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko eine derartige Einschätzung ab). Christoforou wörtlich:
"In der Ukraine gab es sogar ein Statement, diese Lenkflugkörperangriffe gegen Kiew seien die größten seit Beginn der militärischen Sonderoperation gewesen. Und ich denke, Russland fängt gerade erst an."
Christoforou unterstrich im Übrigen den planmäßigen Charakter der Angriffe auf das Hinterland der Ukraine – sie seien kaum korrekterweise als Vergeltungsschläge einzuordnen. (Anm. d. Red.: Moskau stellte sie in der Vergangenheit öfter als Vergeltungsschläge für Angriffe auf russische Zivilisten und besonders große Angriffe auf russische zivile Infrastruktur dar, wohlgemerkt aus gegebenen Anlässen – und so eben auch diesen.)
Vielmehr müsse man allein schon wegen des logistischen und organisationellen Aufwands bei konzertierten Massenangriffen von langfristiger Planung ausgehen, sodass spontane Aspekte wie eine kurzfristig anberaumte Vergeltung tendenziell unwahrscheinlich erscheinen.
Militärisch gesehen werde dieser Angriff auf Ziele tief im ukrainischen Hinterland und nicht zuletzt in der Hauptstadt der ehemaligen Ukrainischen Sowjetrepublik weitreichende Folgen für das Kiewer Putschisten-Regime haben. Dazu führt der Analyst aus:
"Was jetzt geschieht, ist katastrophal für Selenskij. Katastrophal für die Ukraine und für den gesamten Westen, dessen Stellvertreter die Ukraine ist."
Nämlich würden die Folgen des Angriffs einen entscheidenden Schritt in Richtung des Endspiels im Kampf um den Donbass darstellen und die Lage an der Front erheblich verändern:
"Dies gehört zu Russlands weiter zu fassender Strategie – die Treibstoffversorgung, Logistik und Militärstandorte der Ukraine abzutragen. Und es zielt im Wesentlichen darauf ab, den Vormarsch der Russen zu erleichtern – auf ihrem Weg dazu, die volle Kontrolle über den Donbass zu erlangen und diese Angelegenheit ein für allemal zu erledigen. Diese Aufgabe ist bereits sehr, sehr nahe am Abschluss. Sobald sie die Verteidigungslinien dort zerstört haben, werden sich ihnen neue Operationsräume eröffnen – und von deren Zerstörung stehen sie nur wenige Schritte entfernt."
Wohlgemerkt handele es sich dabei um Verteidigungslinien, deren Aufbau acht bis zehn Jahre gedauert habe, unterstreicht der Analyst. Und zwar auch unter Zuhilfenahme von NATO-Investitionen.
Symptomatisch für die Wirksamkeit dieser Strategie sei unter anderem, dass General Alexander Syrski, der militärische Befehlshaber der ukrainischen Streitkräfte und gegenüber Selenskij normalerweise überaus loyal, neuerdings "von seinem Notizzettel abweicht" und Befürchtungen äußert, Russland sei dabei, die Frontlinie auszudehnen und könnte eine weitere Kampagne beginnen: Die Rede sei hier vor allem vom Grenzgebiet im Norden der ehemaligen Ukrainischen SSR.
Anzeichen dafür, dass das Kiewer Regime selbst, aber auch seine Strippenzieher im kollektiven Westen die Gefechtslage als grenzwertig katastrophal betrachten, sieht Alex Christoforou in den zunehmenden Langstreckenangriffen Kiews mit Kamikazedrohnen auf Zivilisten und die Infrastruktur in Russland:
"Das erklärt auch die Drohnenangriffe und diese sinnlose Strategie, bei der man versucht, das Volk gegen den Kreml aufzuwiegen – etwa indem man Erdölraffinerien außer Betrieb setzt.
So werden keine Kriege gewonnen. Diese Strategie hat sich als stumpfsinnig erwiesen – und alles, was damit erreicht wurde, war das russische Volk zu verärgern. Russlands Gesellschaft wendet sich nicht an den Kreml, von wegen, 'Ach bitte, Herr Putin, setzen Sie sich doch mit Selenskij zusammen und finden Sie eine Lösung, bitte-bitte, Sie müssen damit jetzt Schluss machen.'
Nein – Russlands Gesellschaft ist in Wirklichkeit darüber verärgert, dass Putin nicht deutlich härter vorgeht.
Und gestern haben wir gesehen, dass Russland ohne Wenn und Aber die Kapazitäten dafür besitzt."
Am Mittwochabend, dem 1. Juli 2026, und in der Nacht auf Donnerstag, den 2. Juli, führten Russlands Truppen einen massiven Angriff mit Langstrecken-Lenkwaffen gegen die militärisch-industrielle Infrastruktur sowie die Treibstoff- und Energieversorgung in Kiew und der Stadtumgebung. Sie griffen im Rahmen dieser konzertierten Aktion auch weitere militärisch relevante Ziele im tiefen Hinterland der ehemaligen Ukrainischen Sowjetrepublik an – etwa Flugplätze, aber auch Treibstoffanlagen in den Gebieten Dnjepropetrowsk, Poltawa, Tscherkassy, Tschernigow und Kiew.
In der Nacht auf Freitag, den 3. Juli 2026, erfolgte ein weiter massiver Gruppenangriff mit allen Arten verfügbarer Langstrecken-Lenkwaffen im Südosten der ehemaligen Ukrainischen SSR in den Gebieten Sumy, Charkow, Dnjepropetrowsk sowie in den noch vom Gegner besetzten Teilen der russischen Volksrepublik Donezk und der Gebiete Cherson und Saporoschje. Zusätzlich gab es auch Angriffe mit Langstrecken-Kamikazedrohnen der Typenreihen Geran und Gerbera gegen Ziele in der Stadt und im Gebiet Nikolajew, im Südosten des Landes an der Schwarzmeerküste, sowie im nördlichen Gebiet Tschernigow.
Kiew-Stadt ist auch am zweiten Tag nach dem Angriff nach wie vor von schwerem Smog überzogen – Medien berichten über schwere Brände.
Mehr zum Thema – Neue Dimension: Die Ukraine bekommt neues Niveau der russischen Angriffe zu spüren