Putin entdeckt für sich fernöstliche Insel Iturup: Japan erhebt entschiedenen Protest

Russlands Präsident Wladimir Putin hat ein langjähriges Versäumnis nachgeholt: Am Donnerstag besuchte er erstmals die Insel Iturup im Fernen Osten des Landes. Die Visite löste im benachbarten Japan Unmut aus. Das Außenministerium in Tokio erhob entschiedenen Protest.

Im Rahmen seiner Arbeitsreise ins fernöstliche russische Inselgebiet Sachalin hat Präsident Wladimir Putin erstmals auch die Insel Iturup besucht, die zum Kurilen-Archipel gehört und vom benachbarten Japan für sich beansprucht wird. Während der Visite inspizierte der Kremlchef unter anderem eine Fischfabrik. Im Betrieb mit dem Namen "Jasny" wurde Putin mit Kaviar beköstigt. Darüber hinaus besuchte der Präsident eine Schule und traf sich mit Ortsansässigen. Der Fernsehsender Rossija 24 strahlte Videos mit der Reise des Staatschefs aus.

Einen Tag zuvor war der Staatschef nach zwei Zwischenstopps in Sibirien in der Gebietshauptstadt Juschno-Sachalinsk eingetroffen. An Bord des Raketenkreuzers "Warjag" beobachtete er die Endphase einer Marineübung der russischen Pazifikflotte. Die Manöver hatten am 4. August begonnen. Zu der Marineübung, die im Ochotskischen und im Japanischen Meer sowie im nordwestlichen Teil des Stillen Ozeans stattfand, wurden mehr als 13.000 Armeeangehörige, rund 60 Kriegsschiffe und U-Boote sowie 30 Kampfflugzeuge, Hubschrauber und Drohnen herangezogen.

Im Nachbarland Japan sorgte Putins Besuch auf der größten Insel der Kurilen-Kette für Schlagzeilen. Das Außenministerium in Tokio reagierte auf die Visite mit einem "entschiedenen Protest", indem es vier südliche Inseln des Kurilen-Archipels als "Nördliche Territorien" Japans bezeichnete.

Russische Staats- und Regierungschefs sind eigentlich ziemlich seltene Gäste auf den Kurilen: Zuvor hat es lediglich fünf hochrangige Besuche auf dem fernöstlichen russischen Archipel gegeben. Im Jahr 2021 weilte der amtierende Regierungschef Michail Mischustin auf Iturup. Sein Vorgänger Dmitri Medwedew besuchte die Kurilen in den Jahren 2012, 2015 und 2019. Im Jahr 2010 war er dort als Präsident Russlands zu Besuch. Auch damals lief Japan dagegen Sturm.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs steht der Unterzeichnung eines Friedensvertrags zwischen Russland und Japan der Territorialstreit um die südlichen Kurilen im Wege. Der Archipel liegt zwischen der russischen Halbinsel Kamtschatka und der japanischen Insel Hokkaido. Japan hat die Inseln nach der Kapitulation im Zweiten Weltkrieg an die UdSSR verloren, fordert aber die vier Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und Chabomai zurück. Tokio bezeichnet diese Inseln als seine "Nördlichen Territorien". Russland lehnt als Rechtsnachfolger der Sowjetunion eine Rückgabe der Inseln ab.

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