Nahost

UN-Kommission: Israel tötete gezielt Kinder im Gaza-Streifen

Eine von der UN eingesetzte Untersuchungskommission erhebt schwere Vorwürfe gegen Israel. Neben Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit wird Israel gezielte Tötung von Kindern vorgeworfen. An der Haltung der Bundesregierung zu Israel dürfte das allerdings nichts ändern.
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In einem am Dienstag veröffentlichten Bericht kommt eine unabhängige Untersuchungskommission der Vereinten Nationen zu dem Schluss, dass Sicherheitskräfte und israelisches Militär gezielt palästinensische Kinder im Gazastreifen angreifen und töten. Der Bericht der Kommission wirft Israel in diesem Zusammenhang Kriegsverbrechen, Genozid und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Neben von Israel begangenen Verbrechen im Gazastreifen zählt der Bericht zudem Kriegsverbrechen im Westjordanland auf. 

Rund 30 Prozent der zwischen Oktober 2023 und Oktober 2025 von Israel getöteten Menschen seien Kinder, führt der Bericht an. Palästinensische Kinder wurden inhaftiert, gefoltert und misshandelt, stellt der Bericht fest. Israel habe schwere Waffen in dicht besiedelten Gebieten eingesetzt und damit gegen seine Verpflichtung verstoßen, Zivilisten zu schützen. Gezielt zerstört wurde von Israel medizinische Infrastruktur. Zudem kam es zum Einsatz von Hunger als Waffe. Die Kommission wertet die Gesamtheit der Maßnahmen als Politik Israels, die gezielt die palästinensische Zivilbevölkerung treffen sollte, und spricht von Genozid.

Wie zu erwarten, weist Israel die Vorwürfe zurück. Die Kommission sei voreingenommen. Israelische Streitkräfte würden Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung ergreifen. Für die hohen Opferzahlen unter Zivilisten macht Israel die Hamas verantwortlich. 

Die UN-Kommission wird zwar von der UN eingesetzt, arbeitet jedoch unabhängig. Ihre Berichte dienen oft als Grundlage für die Beweisführung vor dem Internationalen Strafgerichtshof und dem Internationalen Gerichtshof. 

Die Bundesregierung und das Auswärtige Amt haben bisher zu dem Bericht nicht Stellung genommen. Bisher wies die Bundesregierung die Vorwürfe des Genozids zurück. Sie beruft sich dabei weniger auf Fakten als auf die deutsche Staatsräson und eine angebliche besondere Verantwortung Deutschlands für Israel. Deutschland wurde in diesem Zusammenhang von Nicaragua wegen der Unterstützung von Völkermord vor dem Internationalen Strafgerichtshof verklagt. Ein Urteil steht aus.

Innerhalb der EU verhindert Deutschland konkrete Maßnahmen gegen Israel. So blockiert die Bundesrepublik einen Beschluss zur Aussetzung des Assoziierungsabkommens der EU mit Israel. Deutschland gerät mit seiner Haltung und der Leugnung israelischer Kriegsverbrechen angesichts der erdrückenden Beweislast zunehmend auch unter befreundeten Staaten in Isolation.

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