
Europäische Zentralbank belässt Leitzins trotz hoher Inflation bei 2,5 Prozent

Nach der US-Notenbank sieht auch die Europäische Zentralbank (EZB) vorerst von einer weiteren Zinserhöhung ab. Sie beließ den für die Spar- und Kreditzinsen maßgeblichen Einlagezins am Donnerstag bei 2,5 Prozent. Das berichtet Handelsblatt am Donnerstag.
Der Anstieg der Energiepreise verschärft den Inflationsdruck und birgt zugleich "Abwärtsrisiken für die Wachstumsaussichten", erklärte die EZB in ihrem Statement zum Zinsentscheid. Die "volle Wirkung" des Preisschocks stehe noch aus.

Die höheren Energiekosten treiben die Inflation unmittelbar an. Seit der vergangenen EZB-Sitzung im September ist der Preis für europäisches Brent-Öl von 102 auf 115 Dollar je Barrel gestiegen – den höchsten Stand seit sechs Monaten.
Auch der europäische Gaspreis kletterte in dieser Woche erstmals seit rund vier Jahren auf mehr als 100 Euro je Megawattstunde. Im September hatte er noch unter 70 Euro gelegen. Damit wächst die Sorge, dass sich die höheren Energiekosten zunehmend auf die Preise in weiten Teilen der Wirtschaft auswirken.
Ähnlich wie bei der US-Notenbank Fed hatten Marktteilnehmer und Beobachter auch die Zinspause der EZB weitgehend erwartet. Für kurz vor Weihnachten rechnen sie derzeit mit weiteren Leitzinserhöhungen sowohl in den USA als auch in der Eurozone.
Neben der hohen Inflation bereitet der EZB auch der jüngste Renditeanstieg Sorgen: In Frankreich kletterte die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen erstmals seit 2002 über fünf Prozent. Der Zinsabstand zu deutschen Bundesanleihen erreichte damit den höchsten Stand seit der Eurokrise.
Wenige Stunden vor dem Zinsentscheid hatte EZB-Präsidentin Christine Lagarde ihren vorzeitigen Rücktritt für Februar 2027 angekündigt – rund neun Monate vor dem regulären Ende ihrer Amtszeit.
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