Deutschland

Traditionsreicher Pralinenhersteller insolvent – bis zu 150 Jobs bedroht

Keine frohe Botschaft zu Pfingsten: Zwar ist der Weiterbetrieb vorerst gesichert, doch Unternehmen und Belegschaft bangen um ihre Zukunft. DreiMeister, ein traditionsreicher Hersteller von Schokoladen und Pralinen im Premiumsegment, hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.
Traditionsreicher Pralinenhersteller insolvent – bis zu 150 Jobs bedroht© Urheberrechtlich geschützt.

Wie andere Branchen auch, so hat auch die deutsche Süßwarenindustrie mit hohen Energie- und Rohstoffpreisen zu kämpfen. DreiMeister, ein traditionsreicher Hersteller von Schokoladen und Pralinen, hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.

Nur wenigen Endverbrauchern wird die Firma etwas sagen, doch das Unternehmen gehört zu den führenden Pralinenherstellern, unter anderem für internationale Kunden: Die DreiMeister-Werke im westfälischen Werl gehen auf eine in den 1950er Jahren gegründete Konditorei zurück. Aus dem Familienbetrieb entwickelte sich seit den 1970er Jahren ein auf Firmenkunden und Sonderaufträge spezialisiertes Unternehmen, das renommierte in- und ausländische Kunden, teilweise sogar mit handgefertigten Waren, beliefert.

Nun hat das Amtsgericht Arnsberg, wie die Deutschen Wirtschaftsnachrichten (DWN) berichten, ein vorläufiges Eigenverwaltungsverfahren angeordnet. Damit steht der Süßwarenbetrieb unter gerichtlicher Aufsicht. Gleichzeitig bleibt die bisherige Geschäftsführung im Amt. Nach unterschiedlichen Quellen seien bis zu 150 Arbeitsplätze gefährdet.

Als vorläufiger Sachwalter wurde vom Gericht der Wirtschaftsjurist Michael Schütte aus Gütersloh eingesetzt. Schütte obliegt es nun, eine mögliche Sanierung des Unternehmens zu prüfen. Indessen untersagte das Amtsgericht Zwangsvollstreckungen und setzte laufende Vollstreckungen vorläufig aus. Auch für die Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen ist die Zustimmung des Sachwalters erforderlich.

Krise mit Ansage

Für Branchenkenner kommt die Schieflage der DreiMeister-Werke nicht überraschend. Gegenüber Bild habe Schütte erklärt, die wirtschaftlichen Probleme des Unternehmens seien "vielschichtig". Das Boulevardblatt zitierte den Wirtschaftsjuristen mit folgender Aussage: "Ich kann aktuell nur wiedergeben, was mir bisher mitgeteilt wurde. Die Gründe sind wohl vielschichtig – auch durch Insolvenzen von Kunden begründet. Auch die hohen Rohstoffpreise und Ernteausfälle in den vergangenen Jahren dürften zur finanziellen Schieflage des Unternehmens geführt haben."

Als krisenauslösende Faktoren gelten die stark angestiegenen Kakaopreise und hohe Ausgaben für Energie. Zudem würden die Personalkosten zu Buche schlagen. Hinzu kommt die allgemeine wirtschaftliche Krisensituation in Deutschland. Viele Verbraucher würden sich aufgrund gestiegener Preise und der unsicheren Lage beim Kauf von Artikeln aus dem gehobenen Preissegment zurückhalten. DreiMeister ist nicht das einzige mittelständische Traditionsunternehmen, das unter der Kaufzurückhaltung zu leiden hat.

Doch noch besteht Hoffnung für die Fortführung der Firma. Die Produktion geht weiter, und Aufträge werden abgearbeitet, die Kunden weiter beliefert. Einstweilen seien Löhne und Gehälter gesichert. Der Geschäftsführer Markus Luckey, der seit 2016 das Familienunternehmen leitet, bleibe weiter im Amt, wie es heißt.

Gegenüber dem Soester Anzeiger habe das Unternehmen erklärt, man werde sich deutschlandweit neu orientieren und die Strukturen den "aktuellen Anforderungen des Marktes und den Bedürfnissen seiner Kunden" anpassen. Was dies für die Beschäftigten bedeutet, ist momentan noch unklar.

Nach Unternehmensangaben beliefert DreiMeister Kunden in mehr als 20 Ländern. Zu diesen zählen Hotels, Fluggesellschaften, Restaurants der Sterne-Gastronomie und Feinkostgeschäfte "von Singapur bis Dubai". Bekannt ist der Schokoladenhersteller auch für seine Erzeugnisse, die er für die Fußballvereine Hamburger SV und Eintracht Frankfurt produziert.

Um die Zukunft des Unternehmens zu sichern, kommt es in den nächsten Monaten darauf an, die Kosten zu senken und die Firma wirtschaftlich neu auszurichten. Für die Beschäftigten bedeutet dies gemischte Gefühle zu den Pfingstfeiertagen.

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