
Russische Google-Tochter muss für Mutterkonzern herhalten: Staat zieht Millionen an Strafen ein

Russische Gerichte verdonnern den US-Technologiekonzern Google regelmäßig zu satten Geldbußen. Meistens handelt es sich darum, dass die beliebte Suchmaschine ihren russischen Nutzern weiterhin Inhalte anzeigt, die nach russischem Recht verboten sind und daher gelöscht werden müssen. Für den Mutterkonzern muss im eurasischen Land ihre Tochter herhalten, die denselben Namen trägt – mit dem Unterschied, dass er auf Russisch mit vier kyrillischen Buchstaben wiedergegeben wird.

Der Insolvenzverwalter der Gesellschaft mit beschränkter Haftung Gugl Waleri Taljarowski hat am Donnerstag bei einer Gerichtssitzung in Moskau mitgeteilt, dass die russische Tochter die verhängten Bußgelder teilweise beglichen habe. Ihm zufolge habe der Föderale Gerichtsvollzieherdienst (FSSP) vom Konto der Firma 14,7 Milliarden Rubel oder umgerechnet 160 Millionen Euro abgebucht, nachdem am 20. September des laufenden Jahres auf dieses Konto gut 16,7 Milliarden Rubel oder umgerechnet 190 Millionen Euro übermittelt worden seien. Weitere gut 2,1 Milliarden Rubel oder umgerechnet 23 Millionen Euro habe die Google-Tochter selbst an den FSSP überwiesen.
Außerdem gab Taljarowski bekannt, dass die russische Vertretung, die sich gerade im Konkursverfahren befindet, mehr als 400 Millionen Rubel oder umgerechnet 4,45 Millionen Euro an ihre ehemaligen Mitarbeiter als Gehalt ausgezahlt habe. Im Oktober 2023 hatte ein Schiedsgericht in Moskau die Gesellschaft mit beschränkter Haftung Gugl für insolvent erklärt und ein Insolvenzverfahren eröffnet. Zuvor hatten russische Gerichte den Mutterkonzern Google zu Geldstrafen in Höhe mehrerer Millionen und sogar Milliarden Rubel verurteilt.
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